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IMAGO – Metamorphose der Erinnerung
Jeder Mensch durchläuft im Laufe seines Lebens unzählige Metamorphosen. Manche vollziehen sich sichtbar – gezeichnet durch Alter, Orte oder Erfahrungen. Andere bleiben verborgen und verändern leise unsere Gedanken, unsere Erinnerungen und die Art, wie wir die Welt und andere Menschen wahrnehmen.
Der Begriff Imago beschreibt nicht nur die vollendete Gestalt eines Insekts nach seiner Metamorphose, sondern auch das innere Bild, das wir von anderen Menschen in uns tragen. Diese psychischen Bilder entstehen aus Erinnerungen, Sehnsüchten, Verletzungen und Begegnungen. Sie sind niemals statisch. Mit jeder Erfahrung verändern sie sich – genauso wie wir selbst.
Erinnerung ist dabei kein unveränderliches Archiv der Vergangenheit. Sie ist ein lebendiger Prozess, der sich mit jeder neuen Erfahrung neu zusammensetzt. Aus Fragmenten entstehen neue Bedeutungen, aus Verlust wächst Erkenntnis, aus Begegnungen neue Identitäten. So wird jede Erinnerung selbst zu einer Form der Metamorphose.
Die Künstler Evelyn Lynam, Sofía Andretta Juárez, Francisco Claure Ibarra und Francisco Rubiel Osorio nähern sich diesem vielschichtigen Thema aus unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Perspektiven. Ihre Werke erzählen von inneren und äußeren Wandlungen, von Identität, Herkunft, Vergänglichkeit und Hoffnung. Sie fragen danach, wer wir waren, wer wir sind und welche Bilder wir von uns selbst und voneinander erschaffen.
IMAGO – Metamorphose der Erinnerung versteht Kunst als Spiegel eines fortwährenden Transformationsprozesses. Sie zeigt, dass Veränderung kein Ausnahmezustand ist, sondern die eigentliche Konstante unseres Lebens. Jede Erfahrung hinterlässt Spuren, jede Begegnung formt unsere innere Landschaft, und jede Erinnerung verwandelt sich mit der Zeit in etwas Neues.
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Die Ausstellung lädt dazu ein, die eigenen Imagos zu hinterfragen, Erinnerungen neu zu betrachten und die Schönheit jener Verwandlungen zu entdecken, die uns – oft unbemerkt – zu den Menschen machen, die wir heute sind.
